Amazon FBA Business: 10 Dinge die du beim Start wissen musst!

Wenn du ein Amazon FBA Business aufbauen möchtest, dann wirst du enorm viel recherchieren müssen, Blogbeiträge lesen, Videos anschauen und dich auf Plattformen wie Facebook und Co. rumtreiben. Denn auf Amazon verkaufen, ist nicht so einfach wie es sich im ersten Moment anhört – und wer möchte sich schon im (Verkaufs-)Dschungel Amazon verlaufen? 

Wir haben dir hier in unserem heutigen Blogbeitrag die 10 wichtigsten Dinge kurz und präzise zusammengefasst, welche oft vergessen werden. Auf die Standardpunkte, wie die Unternehmensgründung, das Kapital etc. gehen wir hier nicht ein, lies dir hierzu gerne die anderen umfangreichen Blogbeiträge durch. Hier möchten wir dir Tipps und Tricks zeigen, die oft untergehen und von vielen YT-Gurus nicht angesprochen werden. Zudem haben wir auch einige Punkte aufgegriffen, die immer wieder von Anfängern in Gruppen gepostet werden. Ich hoffe, dass wir dir mit diesem Beitrag wichtige Inputs geben können und wünsche dir viel Erfolg mit deinem Business, deshalb, lass uns gleich starten: 

1. KEINE Kleinunternehmerregelung für dein Amazon FBA Business

Oft hören wir von Neugründer, die ein Amazon FBA Business aufbauen möchten, dass Ihnen die Kleinunternehmerregelung von Ihren Steuerberatern empfohlen wurde. Diese Empfehlung können wir aber nicht geben, im Gegenteil. Wir sind überzeugt davon, dass es besser ist, gleich richtig zu starten. Vorab soll gesagt sein, dass wir keine Steuerexperten sind und nur unsere Erfahrungen wiedergeben können. Ich versuche dabei, die Dinge so einfach wie möglich zu beschreiben.

Die wichtigsten Punkte die gegen die Kleinunternehmerregelung für dein Amazon FBA Business sprechen:

  1. Vorsteuer 
  2. Amazon
  3. Reverse Charge Verfahren
  4. Umsatz

Besonders beim Start eines Unternehmens fallen meist viele Investitionen, wie beispielsweise die Büroeinrichtung an. Wir als Endkunden bezahlen auf die Produkte Umsatzsteuer, welche wir als Unternehmer aber zurück bekommen. Aber nicht als Kleinunternehmer – denn du verzichtest damit auf die Rückerstattung der Umsatzsteuer (Vorsteuer). 

Dasselbe gilt für die Einfuhrumsatzsteuer. Wenn du aus Drittländern Ware importierst, fällt nicht nur die Zollgebühr an, sondern auch die Einfuhrumsatzsteuer von 19%. Diese bekommst du als normal besteuerter Unternehmer zurück – als Kleinunternehmer aber nicht. Das heißt im Großen und Ganzen, dass den Kleinunternehmer den Einkauf 19% mehr kostet!

Auch bei Amazon ist die Kleinunternehmerregelung nicht gerne gesehen. Insbesondere im B2B Bereich gibt es keine sinnvolle Lösung, da der Unternehmer davon ausgeht, dass er das Produkt Brutto kauft und die Vorsteuer zurück bekommt. Da die Rechnungen des Kleinunternehmers aber keine Steuer ausweisen, kann der kaufende Unternehmer die Steuer nicht zurückfordern. 

Hast du schon einmal vom Reverse Charge Verfahren gehört? Das Verfahren greift zum Beispiel wenn wir aus Österreich unsere Dienstleistungen einem deutschen Unternehmer in Rechnung stellen. Unsere Rechnung wird netto gestellt, die Steuer dafür muss der deutsche Unternehmer beim Finanzamt abführen. Als Unternehmer mit normaler Besteuerung bekommt er diese aber sofort wieder zurück, als Kleinunternehmer aber nicht. Dasselbe gilt übrigens auch für die meisten Amazon Rechnungen!

Und zu guter Letzt: der Umsatz. Du wirst von der Kleinunternehmerregelung stark beim Umsatz eingeschränkt. Stell dir mal vor dein Produkt läuft extrem gut an, was machst du dann? Das Produkt offline nehmen, um nicht über die Umsatzgrenze zu kommen? Also – im eCommerce stehen dir alle Möglichkeiten offen, versperre dir also mit der Nachteil behafteten Kleinunternehmerregelung nicht die Chancen! 

2. Die Incoterms beim Import

Extrem oft hören wir von Problemen beim Import. Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, da wir bislang immer nur EXW und FOB und nur mit einem Spediteur importierten. 

Deshalb kurz zusammengefasst für alle Seller, die sich mit dem Thema Import nicht gut auskennen: 

  • Arbeite immer mit einem zuverlässigen Spediteur
  • Vereinbare mit deinen Lieferanten immer nur FOB und EXW
  • Bereite alle Dokumente die für den Import wichtig sind vor

Informiere dich diesbezüglich gerne im Blogbeitrag über Warenimport in China oder beim Onlinekurs “Importartist”. 

3. Buchhaltung

Kann ich die Buchhaltung selbst machen? Ja, du kannst die Buchhaltung selbst machen. Doch ob das sinnvoll ist, bezweifle ich, außer du hast eine Ausbildung in diesem Bereich und kennst dich mit grenzüberschreitenden Sendungen und Verkäufen aus. Wir empfehlen dir für dein Amazon FBA Business einen Buchhalter oder Steuerberater zu suchen, der sich auf eCommerce spezialisiert hat.

Dich erwarten hunderte von Ausgangsrechnungen, einige Eingangsrechnungen und viele Umsatzsteuervoranmeldungen. Da dank der Digitalisierung fast alles automatisch gemacht werden kann, kannst du von einer günstigen Buchhaltung profitieren, wenn sie mit praktischen Tools sauber aufgearbeitet wird. Suche dir deshalb einen Buchhalter, der sich mit den Tools rund um Amazon auskennt. Wir verwenden übrigens amainvoice für unsere Amazon-Rechnungen. 

4. Produktlaunch

Kleine Pakete auf Laptop - amazon-fba-business-aufbauen-nachhaltig
Der Produktlaunch muss erfolgreich sein!

Oft haben wir Kunden, die seit einigen Monaten online sind. Sie fragen uns nach Hilfe, da das Produkt nicht läuft wie gewünscht. Die meisten dieser Anfragen hätte ich gerne schon früher auf dem Tisch gehabt. Warum? Beim Produktlaunch, also dem Produktstart eines neuen Produktes bekommen wir bei Amazon einen Bonus. Der Algorithmus spielt unser Produkt immer wieder mal weiter vorne aus und wenn dann die Conversion-Rate passt, kann es sein, dass du schon ganz zu Beginn ein super Ranking für dein Produkt bekommst. Aber wenn dein Listing unprofessionell gestaltet worden ist und deshalb vom Algorithmus und vom Kunden als “nicht gut” gewertet werden, wird dein Produkt ganz hinten gelistet und du verkaufst schlecht. 

Achte also gleich zu Beginn auf folgende Punkte um einen erfolgreichen Start hinzulegen:

  • SEO und Conversionoptimiertes Listing 
  • Umfangreiche und relevante Keywordrecherche
  • Conversionioptimierte Produktbilder
  • Überzeugende Texte
  • Positive Bewertungen

Du startest gerade erst mit Amazon?
Dann schau dir unbedingt unseren neuen Onlinekurs für Amazon FBA an! Hier lernst du alles rund um Amazon FBA und vermeidest die vielen kleinen Fehler, die zum Start schon vorprogrammiert sind. Investiere in dich, um dein Business auf ein neues Level zu katapultieren. Mit einer Teilnahme an unserem Onlinekurs sicherst du dir einen perfekten Leitfaden für den maximalen Erfolg deines Amazon FBA Geschäfts!


5. Zwei Seller Accounts

Nein, so gut wie nie ist es erlaubt, zwei Selleraccounts zu besitzen oder zu verwenden. Achte also gleich zu Beginn des Amazon FBA Business darauf, dein Amazon Konto korrekt einzurichten. Kurz und knapp: keine zwei Accounts! 

6. Die zweite Bestellung

Wenn der Launch erfolgreich umgesetzt wird, dann kannst du mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass du ziemlich schnell deine zweite Nachbestellung aufgibst, sodass du nicht leer läufst. Da Amazon aber immer einen Teil des Umsatzes einbehält, hast du nicht gleich Zugriff auf dein Budget und einen recht schlechten Cashflow. Achte deshalb darauf, dass du auch zu Beginn genügend Geld bereit liegen hast, um die zweite Bestellung aufzugeben. Du kannst aber auch mit deinem Lieferanten spezielle Zahlungsvereinbarungen treffen, zum Beispiel 30% Anzahlung und 70% nach erfolgreichem Quality Check.  

7. Bewertungen

Viele Seller fälschen Bewertungen. Das ist kein Geheimnis. Dennoch ist das nicht empfehlenswert und kann zur Sperrung deines Seller-Accounts führen. Aber so ganz ohne Bewertungen zu starten ist auch nicht ideal, da die Conversion-Rate natürlich mit ein paar Bewertungen deutlich besser ist, als ganz ohne Bewertungen. 

Wir empfehlen deshalb folgende Vorgehensweise:
Versuche zwei, drei Bewertungen von sehr entfernten Bekannten, die nicht in deiner Region leben, zu bekommen. Den Rest kannst du dann mit einer optimierten Follow-Up Strategie generieren. Diese machen wir zum Beispiel mit dem Tool Sellerboard.  

8. Die Marke

Oft lese ich von Händlern, die plötzlich nicht mehr verkaufen, dass Konkurrenten ihr Produkt verkaufen. So schnell kann der Spaß im Amazon FBA Business vorbei sein. Doch wie kann das sein? Ganz einfach, Amazon pflegt einen Produktkatalog auf EAN Basis. Wenn ein anderer Händler das gleiche Produkt anbietet, dann wird er auf deinem Listing verkaufen. Der Händler, der nun den besseren Preis und die bessere Historie hat, bekommt das Einkaufswagenfeld und bekommt den Sale. Das kann dir aber nicht passieren, wenn du eine eigene Marke und eigene Produkte hast. Deshalb empfehlen wir dir, wenn du mit dem Amazon FBA Business starten möchtest, eine Marke aufzubauen. Eine Brand-Registry bringt dir viele wichtige Vorteile für den Verkauf bei Amazon:

  • Amazon Vine: Offizielle Tester für dein Produkt mit garantierten Bewertungen (Achtung, dein Produkt muss auch wirklich gut sein, sonst hagelt es schlechte Bewertungen!)  
  • Brand Store: Wenn du mehrere Produkte einer Nische vertreibst, kannst du dir einen conversionstarken Brandstore erstellen
  • A+ Content: Die verkaufssteigernde Produktbeschreibung mit vielen Möglichkeiten der coolen Darstellung von Bild und Text 
  • Produktvideo – du kannst deine Bilderserie mit einem überzeugenden Video aufwerten

Zudem liegen die Chancen auch außerhalb von Amazon mit einer Marke besser. So ergeben sich unzählige Vorteile, wenn du deine Brand oder deine Listings mal verkaufen möchtest oder wenn du expandieren willst und einen Onlineshop erstellst. 

9. Die Qualität

Geiz ist geil – das gilt wohl schon lange nicht mehr. Achte bei deinen Produkten auf maximale Qualität. Bei Amazon sind die Bewertungen sehr wichtig und wenn du ein schlechtes Produkt verkaufst, dann spürst du das auch an einem schlechten Bewertungs-Schnitt. Wenn du also auf der Produktsuche nur nach dem Preis und nicht nach der Qualität entscheidest, wirst du nicht erfolgreich werden können. Suche deshalb nach einem hervorragendem Preis-/Leistungsverhältnis und perfekter Qualität um langfristig auf Amazon erfolgreich zu verkaufen. 

10. Der Umsatz

10.000€ Umsatz oder 50.000€ Umsatz – was ist dir lieber?
Ich persönlich kann diese Frage nicht beantworten. Denn für einen Unternehmer sollte immer der Gewinn ausschlaggebend sein. Man kann mit 10.000€ Umsatz mehr Gewinn erzielen als mit 50.000€ Umsatz. Achte deshalb nicht auf den Umsatz, sondern immer auf deine Marge bzw. deinen Gewinn. Es geht auch nicht um die Sales! Ich mache lieber weniger Sales mit einem teureren Preis, habe aber mehr Gewinn. Schlussendlich verdiene ich also pro Monat mehr, obwohl ich weniger verkaufe. Teste deshalb auch mal deine Verkaufspreise und finde heraus, welches Verhältnis am optimalsten für dich ist!


Bist du bereits aktiver Seller oder kurz davor dein erstes Produkt auf den Markt zu bringen?
Dann spare dir Zeit und Nerven mit unseren effektiven Strategien für deinen Launch!


Mein Fazit

Amazon ist immer noch so spannend wie vor einigen Jahren. Es gibt mehr Konkurrenz, mehr Produkte aber auch mehr Kunden. Starte deshalb schnellstmöglich und hol dir deinen Stück vom Kuchen. Achte aber darauf, dass du nicht in die vielen Fallen tappst und starte dein erfolgreiches Business! 

Viele Grüße,
deine Janine

FAQ – die meist gestellten Fragen rund um das Amazon FBA Business:

Wenn du mit deinem Hersteller und deinem Spediteur die Bestellung bzw. den Import besprichst, wirst du nicht an dem Begriff “Incoterms” vorbei kommen. FOB (ab Hafen) und EXW (ab Werk) sind zwei klassische Incoterms. Hier findest du alle Incoterms in der Übersicht.

Auf jeden Fall! Jedoch kannst du nicht mehr mit jedem Produkt erfolgreich werden. Deshalb musst du deine Hausaufgaben machen und geniale Produkte sourcen!

Lies dir gerne informative Blogbeiträge wie unsere durch. Auch auf YT gibt es interessante Videos und zahlreiche Infos. Du kannst aber auch einen Kurs oder ein Coaching besuchen um die Strukturen hinter dem Vertrieb auf Amazon zu verstehen.

U'm richtig abzugehen brauchst du für deine Amazon PPC Kampagne zuerst einmal ein perfekt optimiertes Amazon Listing.

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